Hardcore Sightseeing mit Kontrastprogramm
Oktober 13, 2008
Andere Länder andere (Ticket-)Sitten…. Der Trip mit Christine stand eigentlich: London freitags, Brighton samstags und Stonehenge sonntags.
SO! Jetzt klafft da zwischen Theorie und Praxis eine Lücke… ich kann auch sagen, die Preisschere zwischen Realität und Wunsch (in diesem fall Internet-Auskunft) ist WEIT OFFEN!!!
Laut nationalrail.co.uk (der OFFIZIELLEN Seite für Fahrplanauskünfte) hätten mich alle Fahrten zusammen 118 Pfund gekostet… nicht tief Luft holen – isch hier so. Öffentliche Verkehrsmittel, sind pünktlich (wenn sie überhaupt fahren – die fallen eher ganz aus, als dass sie zu spät kommen), privatisiert und teuer. Ok… ich also gespart, damit des auch kein Problem wird und dann am vergangenen Freitagmorgen los (um 5.30 MORGENS) in Richtung Rugby Station. Da erzählt mir die unfreundliche (manches ändert sich auch bei Privatisierung nicht) „news of the world“-lesende Tante, dass mein Ticket statt der 26 Pfund ganze 48 Pfund kosten würde. Was für ein toller Beginn der Reise!!!! Auf nationalrail stand doch…
Naja, egal Ticket gekauft, in Gedanken Mitleid mit meinem schlankeren Geldbeutel gehabt, und nach London gefahren. Laut nationalrail musste ich in London Euston umsteigen, zur Victoria Station fahren und dort dann zum Gatwick Airport. So. dann komm ich (noch im ERSTEN Zug sitzend) an „britains busiest railstation“ Clapham Junction, vorbei. Denk mir noch (als mein Zug da auch HIELT) „Hihi die armen Schweine die HIER umsteigen müssen“. Zug fährt weiter in Richtung Euston. Dort hab ich dann eine „anytime day travelcard“ für ALLE Zonen in LONDON gekauft.
Lauf Christine kostet dieses teil 22 Prund und ich brauche nur noch des Ticket vom Gatwick Airport im Bus nach Crawley, wo Christine wohnt und ich ja übernachten sollte (weil ich trag doch meine Tasche net mit mir da den Tag dumm rum). Ok… ich also des Ding gekauft und es hat nur 13.80 gekostet. Warum? Weiß ich immer noch nicht! Ich bin voll in der rush hour unterwegs gewesen. Aber egal. Aber jetzt galt dieses blöde Teil nicht bis Gatwick!!!! Ich musste also NOCHMAL ein Ticket kaufen!!!!!
Was des alles gekostet hat – nein ich sags euch nicht….
Auf jeden fall, jetzt kommts: Ich fahre also mit nem Zug um Gatwick Airport – wo halte ich???? CLAPHAM JUNCTION!!!!!!! Aber nationalrail hat doch gesagt…
hm schade!
Zumindest hielt meine anytime day travelcard (ne „normale“ day travelcard isch übrigens was komplett anderes und auch nicht zu verwechseln mit der off-peak day card und der peak day card!!!
) was sie versprach: ich konnte in London herumfahren… haben wir auch gemacht. Waren in Chelsea (hihi die haben tolle Ideen, an ihrem Stadium – aber Bilder folgen noch…) und an allen typischen Touri-Sachen…
Haben Soho gesehen, Chinatown und waren shoppen J
Und jedes Mal, wenn ich mein Ticket gebraucht hätte, hab ich meinen Geldbeutel nemme gefunden … Während der ganzen 3 Tage – Christine hat eine Engelsgeduld *lach*
Abends hab ich mir dann noch (also ich musste ja UNBEDINGT auf eine Kanone steigen, um mich auf der Kanone und im Hintergrund mit der London Bridge fotografieren zu lassen) meine Hose zerrissen….
Gegen 12 waren wir dann zuhause…noch Bilder angeschaut und Pläne für Brighton am nächsten Tag gemacht. Und auch nach Gründen geforscht für die unterschiedlichen Ticket Preise. Dieses tolle nationalrail – zeigt schon immer die billigsten Tarife an – aber halt auch, wenn diese tarife nicht mehr verfügbar sind!!!! Soll heißen: es gibt hier eine „advance-option“ das heißt, wenn man sein Ticket vorher bucht (MONATE VORHER!!!) dann bekommt man Rabatte… es isch aber nur ein bestimmtes Kontingent an diesen Tickets vorrätig. TOLL! Und auch wenn dieses Kontingent voll ist, zeigt nationalrail diese Preise als Preis an. haaach
Morgens dann auf nach Brighton - zuvor noch geschaut, was es kosten würde, nach Stonehenge zu fahren…. Auch das waren nationalrail-advance preise… es hätte mich in Wirklichkeit astronomische 90 Pfund gekostet….
Wir haben uns dann für Eastbourne entschieden.. und ich habe bei einer unglaublich hilfreichen Frau im Travelcenter Tickets für 26 Pfund nach Rugby für Sonntagabend bekommen. Da war ich dann zwar an eine bestimmte Route gebunden, und musste zu einem bestimmten Zeitpunkt fahren, aber egal.
Die war echt klasse!
In Brighton – strahlender Sonnenschein, etwa 20°C und Meer J
Wir beide natürlich los – Pier angeguckt und ins Meer gestiefelt (meine andere Hose war danach leicht nass, aber toll wars) und dann wollte Christine noch den Hafen sehen…ok – wir also zu Fuß los (des Zügle, des die 2km normalerweise fahren würde, hatte schon Winterpause^^). Dort angekommen, taten uns leicht die Füße weh… LEICHT! Erst London, dann das… *lach* und wir also am Hafen vorbeigeschlendert… und dann gibt es dort doch diese Hafenbegrenzung…also die Mauer außen rum.
Und wir wollten da drauf rüber in Richtung Pier weiter laufen…
In unserer kontinentaleuropäischen Arroganz dachen wir natürlich, dass diese mauer GANZ außenrum geht… schade – wie kommen dann die Schiffe in den Hafen…?
Des Teil ging natürlich NICHT ganz außenrum…. Und wir mussten zurückdappen. Wider unseren guten Vorsätzen haben wir anschließend den Bus genommen, um in Sanddean die Kalkfelsen zu sehen…
Abends dann ein Restaurant gefunden, mit bezahlbaren Preisen, normalen Leuten und gutem Essen… TOLL!!!!
Mal wieder „mega früh“ im Bett und am nächsten morgen (mal wieder um 8
) weiter in die „Rentnermetropole“ Eastbourne. Waren wirklich viele Ruheständler da…. Entweder waren die Leute 15 jähre jünger als wir, oder aber 50 Jahre älter *lach*
ABER: das hatte auch Vorteile!!!! So gut wie keine Bettenburgen an der Küstenstraße und auch nicht so viel Lärm und Trubel. Vor allem ist Eastbourne viel kleiner als Brighton.
Wir kommen also an – gehen in Richtung Touristeninfo (weil wir noch keine Karte hatten) dann hat die ZU!!! SONNTAGS HAT DIE ZU?! Weil da ja auch keine Touristen kommen!!! KLAR!
Dann musste es halt ohne gehen. Christines Mutter hatte Reiseführer gewälzt und etwas entdeckt: Beachy Head. Was das war, wusste sie auch nicht, aber es war wohl in Eastbourne… die Seven Sisters (Kreidefelsen, weswegen wir eigentlich gekommen waren) waren nirgends zu finden – die waren nämlich nicht in Eastbourne, sondern im Eastbourne country park, oder so ähnlich. Und der isch nun mal nicht in Eastbourne. Englische Logik…
Wir haben dann in einem Souvenirladen ein Bild vom Beachy Head gefunden… Naheliegend: Es war ein Leuchtturm. Aber leider auch 3 Meilen weit weg. Deshalb haben wir uns entschlossen, gemäß unseres Alters die Bummelbahn am Strand zu nehmen und so weit wie möglich zu fahren. Allzu viel Zeit hatten wir ja nicht. Wir mussten um 15.35 bereits wieder im Bus zum Bahnhof in Polegate (wegen Gleisarbeiten mussten wir den Bus nehmen und an diesem „Großbahnhof“ mit EINEM Gleis umsteigen).
Zeit zum Essen blieb aber immer .-) es gab nämlich dort ein kleines Cafe, welches gute Sandwiches und noch bessere hausgemachte Muffins zu guten Preisen verkauft hat. Erstmal eine Stärkung, bevor wir die Berge erklommen. Es ging nämlich zunächst zwar noch geteert, aber dann über Felder und Wiesen. Hatten wir anfangs noch einige Gesellschaft, so wurden es immer weniger Leute, die mit uns in Richtung Pampa zu dem Leuchtturm sind. Irgendwann haben wir dann feststellen müssen, dass wir es nicht schaffen werden, diesen Leuchtturm auch tatsächlich aus der Nähe zu sehen(da wir oben auf den Klippen waren, verliert „nahe“ etwas an Bedeutung. Aber egal. Wir beschlossen also, zumindest noch über diesen EINEN Hügel zu gehen und dann zum Klippenrand zu gehen. Und wir laufen also über den Hügel… und was kommt da?! Ein Fußballfeld!!! Ohne Witz jetzt!!!! Mitten im NICHTS (wessen Mutter Rosamunde Pilcher anguckt – in so einer Einöde waren wir!!!) und des Spielfeld war 10m weit weg von der Kante! Voll eingestreut, mit Eckfahnen und Tornetz!
Ich will da auch spielen!!!!! War so genial!!!! Und so unerwartet!!!
Der Leuchtturm war für mich dann völlig Nebensache!!! Aber von Weitem haben wir ihn später noch gesehen!
Aber dieses Fußballfeld….
Davon hab ich noch geträumt, als ich schon von Gatwick aus auf meiner 3,5h Heimreise war… mit umsteigen in der busiest railstation englands - 7 Minuten hatte ich Zeit…. Kürzer ginge auch nicht *lach*
Aber ich bin heil zuhause angekommen…
Und auch wenn diese Reise ihre Tücken hatte, ich mehr Geld loswurde als geplant, so war es doch ein unglaubliches Wochenende, indem ich mal ne ganz andere Seite Englands kennengelernt hab. Jedem, der eine längere Reise nach England plant, rate ich hiermit: Kauft euch eine railcard, bucht alle Tickets MONATE im Voraus, und nehmt mehr Geld mit, als nötig – ihr werdet es brauchen…
Ein Kollege erzählte mir nämlich heute morgen, dass auch er nach London mit den Öffentliches ist, und die am Ticketschalter wohl 10 Minuten gebraucht hätten, um ihm zu sagen wie er da hin kommt… Irgendwann hat er zu denen wohl gemeint, dass es ihm scheißegal ist, welchen Tarif er hätte nehmen können, wenn er ne Stunde später fährt – er wolle nur nach London und dort zu der bestimmten Zeit ankommen. Und dann am Tag drauf zurückfahren – und wenn die Einheimischen schon ausflippen, welche Chance haben dann Touris…?
Entry Filed under: weltbewegendes. .

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